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18.05.2022
Von: Torsten Welsch

Schlaflos für Nachhaltigkeit


Youtube: https://youtu.be/BesqPbO5v5c?t=615

 

Vom 18. bis 20. Mai hat Atos, eines der größten IT-Unternehmen der Welt mit über 100.000 Angestellten, die „X?Life?Challenge“ organisiert, einen österreichweiten Wettbewerb, bei dem 20 Teams aus neun Informatik-HTLs im Rahmen eines „Hackathons“ kompetitiv angetreten sind: In nur zweieinhalb Tagen sollten innovative Lösungen zu verschiedenen realen Problemstellungen von heimischen Unternehmen gefunden und prototypisch umgesetzt werden. Das Thema Nachhaltigkeit stand dabei klar im Fokus.

Die drei Teams der HTL Grieskirchen wurden dabei vom Motorradhersteller KTM herausgefordert; das Problem: Die mechanischen Komponenten nutzen sich je nach Fahrstil unterschiedlich stark ab. In Zeiten des „Internets der Dinge“ (IoT), in denen Sensoren überall eingebaut und in Echtzeit Messwerte streamen können, stellt sich KTM die Frage, ob solche Daten nicht auch zur Prognose des Verschleißes und der Haltbarkeit von Bauteilen bei Motorrädern verwendet werden können.

Das Ziel dahinter ist eine Win-win-Situation für alle: Der Fahrer erhält an sein Fahrprofil angepasste Tipps, wie er durch einen schonenden Umgang die Lebensdauer seiner Maschine verlängern und seinen eigenen CO2-Fußabdruck reduzieren kann. Für Verkäufer und Käufer gebrauchter Motorräder wird mit Hilfe einer datengestützten Bauteilbewertung die Preisfindung leichter und die Kontrolle des vorgeschossenen Vertrauens transparent möglich. Schlussendlich kann KTM Komponenten, deren Aufbereitung (Refurbishment) möglich ist, weiter in einem Gebrauchtteilekreislauf halten und so Ressourcenverschwendung entgegenwirken. So soll eine umweltfreundliche Fahrweise gefördert und die Nutzungsdauer von Motorädern und ihren Komponenten verlängert werden; die Vernichtung ökologischer und ökonomischer Werte wird reduziert.

Nach einem produktiven Start in die Ideenfindungsphase traten im Laufe des ersten Tages gehäuft technische Schwierigkeiten auf, die jedoch in der Nacht auf den zweiten Tag so weit ausgeräumt werden konnten, dass im Anschluss intensiv an der Umsetzung der sehr individuellen Konzepte gearbeitet werden konnte. Nach einer zweiten arbeitsreichen und schlafarmen Zwischenzeit und einer spontan vorgezogenen Abgabedeadline war der letzte Tag von erwartbarem Haareraufen und abwechselnden Phasen von Zuversicht und Verzweiflung geprägt.

Im Laufe der abschließenden Preisverleihung wurde schnell klar, dass sich die Teams der HTL Grieskirchen mit ihren Lösungen im Wettbewerb derart gut positionieren konnten, dass sie es unter den 20 teilnehmenden Teams dreimal unter die Top-10 geschafft haben:

Rang 3: Team „Waterbyte“ (Janik Neißl, Lea Seifried, Michael Ungar und Tobias Wimmer)

Die Idee, aus dem Fahrverhalten der Motorradfahrer einen Wettstreit zu machen, das man mit bezahlten Tipps und Tricks weiter optimieren kann, kam bei der Jury sehr gut an. Ein hochprofessionelles Design und die Möglichkeit der Vorhersage der Lebensdauer von Komponenten waren so überzeugend, dass ein sehr guter dritter Platz erreicht wurde.

Rang 6: Team „NotImplementedException“ (Fabian Gurtner, Sarah Nöbauer, Klaus Scheiböck, Fabian Schönberger und Tamara Wimmer als Krankheitsvertretung)

Der Einsatz von Augmented Reality über eine Smartphone-App ermöglicht es dem Nutzer dieser Lösung, den Zustand eines Motorrads im dreidimensionalen Raum virtuell zu überprüfen, indem die Komponenten farblich so hervorgehoben werden, dass ihr aktueller Zustand leicht erfassbar ist. Dieses Abbild des realen Motorrads kann von Kaufinteressenten direkt zu Hause begutachtet werden, wodurch ein Kauf ohne physische Anwesenheit möglich wird. Zusätzlich werden Empfehlungen gegeben, um den eigenen Fahrstil zu verbessern. Diese Idee wurde nicht nur mit dem sechsten Platz belohnt, sondern auch mit dem „Atos Award“ ausgezeichnet, einem von einer internationalen Jury verliehenen Sonderpreis, der die Innovation und das Potential der vorgestellten Lösung prämiert.

Rang 7: Team „Grieskirchner Runtime Terror“ (Simon Mair, Vanessa Matheis, Ben Obermüller und Gabriel Schmiedbauer)

Die Entwicklung einer Webseite zur qualitativen und monetären Analyse der wichtigsten Motorradkomponenten und der Möglichkeit, Bauteile an ihrem Lebensende durch aufbereitete Teile ersetzen zu lassen, sind die zentralen Punkte, die Erstellung eines Second-Hand-Zertifikates rundete diese Lösung ab. Damit erreichte das Team einen guten siebten Platz.

Mit diesen tollen Platzierungen und der Verleihung des Sonderpreises gewinnt die HTL Grieskirchen auch die österreichweite Schulwertung der „X?Life?Challenge“ aller teilnehmenden Informatik-HTLs.

Mehr Informationen unter:

https://atos.net/de-at/lp/x-life-challenge

https://atos.net/de-at/2022/pressemeldungen-de-at_2022_05_16/atos-fordert-mit-der-xlifechallenge-junge-talente-fur-mehr-nachhaltigkeit-durch-iot